Das Gedächtnis des Archivs

DAS GEDÄCHTNIS DES ARCHIVS erkundet das Deutsche Literaturarchiv Marbach von 1972 als Denkraum zwischen Vergangenheit und Zukunft. Ausgehend von seiner Architektur – Glas, Stahl, Beton, geprägt von klassischer Moderne und Brutalismus – entfaltet der Film ein sinnlich-reflexives Porträt des Archivs als lebendigen Organismus. Eine Restauratorin „verarztet“ historische Texte, während eine asiatische Delegation staunend durch die Gänge wandert. Mitarbeitende zeigen auf schwarzem Filz ihre Fundstücke: Rilkes Notizbücher, Rio Reisers Entwurf
einer gläsernen Kommune, die Datenträger Friedrich Kittlers, die Scherenschnitte Sibylle Lewitscharoffs. Der Medienphilosoph Knut Ebeling begleitet den Film mit einem Text, gelesen vom Opernsänger Elliott Carlton: „Hier geht es nicht nur um Nachträglichkeiten, um das Sammeln,
Speichern und Konservieren der Vergangenheit. Es geht auch um die Codierung der Zukunft. […] Das Gedächtnis des Literaturarchivs ist das, was vorhanden sein muss, damit Literatur überhaupt sein und entstehen kann.“ Der Film kulminiert im Schlagzeugspiel von Andrea Belfi im Katalogsaal – ein vibrierendes Echo aus Klang, Raum und Erinnerung.

Gefördert wird das Vorhaben durch Kurzfilmförderung der Beauftragten für Kultur und Medien (BKM), die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein MOIN und die Klett Stiftung. Die Recherche wurde 2022 durch ein Stipendium der Kulturbehörde Hamburg ermöglicht. Der Kurzfilm wird durch Tanja Bächlein und Arne Bunk realisiert.

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